Klinikseelsorge in Deutschland beruht auf dem biblisch-jüdisch-christlichen Menschenbild, hat sich im Laufe der Zeit aus bloßer Mitgliedersorge gewandelt und gemäß der Bedürfnisse des Krankenhauses, der Zielgruppen und der theologischen Forschung entwickelt. Heute ist Krankenhausseelsorge multidimensionales Begleiten und Beraten im Kontext von Krankheit, Schwäche, Grenze und Tod. Sie hat Kompetenzen im medizinethischen Diskurs, der psychotraumatologischen Krisenintervention, der Pastoralpsychologie und in Spritual Care.... 

Zielgruppe von Krankenhausseelsorge ist der kranke Mensch, seine An- und Zugehörigen und das Personal des Krankenhauses. Darüber hinaus arbeitet Krankenhausseelsorge mit an einer Kultur einer menschenwürdigen multidimensionalen Krankenversorgung. 

Christliches Menschenbild

Krankenhausseelsorge ist immer auch ein Gegenüber. Sie begegnet den Menschen aus der christlichen Überzeugung, dass die Grenzen des Lebens zu achten sind. Das Leben ist als vielschichtige Existenz zu fördern. Lösungen, nicht nur im ethischen Bereich dürfen nicht nur aus Überlegungen oder Nützlichkeit und Ökonomie gefunden werden. Kompromisse und Dillemata gehören zur guten Entscheidung dazu.

Klinikseelsorge folgt der Option für die Schwachen, wobei nicht nur äußere Schwäche leitend ist, sondern auch achtsam darauf Wert gelegt wird, die schwache Seite in den Individuen und Akteuren selbst wahrzunehmen, zu würdigen und gegebenfalls zu verteidigen.

Klinikseelsorge ist nicht "Besucherin" des Krankenhauses, sondern versteht sich als Teil der Institution. Aber sie geht nicht in ihr auf, sondern besteht auf Ihrer innerhalb des Krankenhauses unabhängigen Rolle, wenn es um die Erfüllung ihrer Aufgabe geht (prophetisch/ethisch). 

Insofern und eben dadurch fördert und unterstützt Krankenhausseelsorge die zentralen Ziele des Krankenhauses und des Gesundheitswesens.